Eine Dachrinne reinigen zu lassen kostet bei einem Einfamilienhaus laut Marktübersichten rund 120 bis 200 Euro (Handwerk vom Fach, Stand Juni 2026). Das ist der Rahmen, in dem sich die Branche bewegt — was Ihr Haus kostet, hängt an zwei Dingen, die man vorher sehen muss: an den Metern und daran, wie voll die Rinne wirklich ist.
Ein mittelgroßes Einfamilienhaus hat 15 bis 30 laufende Meter — grob der Umfang des Hauses, an Traufseiten und Giebeln entlang gemessen.
Die Spanne
Was den Meterpreis bestimmt
Der Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Angebot ist selten Verhandlungssache — es ist Arbeitszeit. Loser Staub wird abgesaugt, verdichtetes Material muss gelöst und einzeln herausgeholt werden. Wie voll Ihre Rinne ist, sieht man erst von oben.
| Zustand der Rinne | was drin ist | Was die Arbeitszeit treibt |
|---|---|---|
| Leicht | Staub, wenig Laub | lässt sich absaugen — ein Durchgang |
| Mittel | Laub, Moos, leichte Ablagerungen | absaugen und nachspülen, Fallrohre prüfen |
| Stark | verdichtetes Material, Erde, angewachsene Pflanzen | jede Stelle einzeln lösen, oft von Hand — der Faktor zwei bis drei gegenüber leicht |
Dazu kommen Posten, die nichts mit der Länge zu tun haben: die Anfahrt und jedes Fallrohr einzeln. Wer ein Angebot vergleicht, sollte deshalb darauf achten, ob beides drinsteht — sonst vergleicht er zwei verschiedene Leistungen.
Ein Posten, den die Marktübersichten regelmäßig aufführen, entfällt bei uns: der Höhenzuschlag. Zwischen fünf und zwölf Metern wird üblicherweise eine Hebebühne angemietet, und dafür setzen die Übersichten 50 bis 150 Euro extra an. Unser Hubsteiger reicht bis 22 Meter und gehört uns — es gibt keine Mietkosten und keine Wartezeit auf Verfügbarkeit.
Das sind Marktwerte zur Orientierung, keine Festpreise. Was Ihre Rinne kostet, hängt an Dingen, die man gesehen haben muss: wie verdichtet das Material ist, ob die Rinne beschädigt oder verzogen ist, wie viele Fallrohre dranhängen, wie man an die Traufe kommt und ob Laubfänger sitzen, die erst heraus müssen. Zwei Häuser mit denselben 25 Metern können deshalb unterschiedlich teuer sein. Wir nennen den Preis nach einer Sichtung — dann aber verbindlich als Festpreis.

Die Rechtslage
Wer die Rechnung zahlt — Mieter oder Eigentümer
Bei vermieteten Objekten ist die Dachrinnenreinigung ein Dauerstreit, und die Antwort hängt an einer einzigen Unterscheidung. Sie zählt zu den sonstigen Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 Betriebskostenverordnung — umlegbar ist sie aber nur unter zwei Bedingungen: Die Reinigung muss in wiederkehrenden Abständen erfolgen, und sie muss ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart sein.
Eine einmalige Reinigung, um eine Verstopfung zu beseitigen, ist keine Betriebskostenposition. Sie zählt zur Instandhaltung und bleibt beim Eigentümer — auch dann, wenn im Mietvertrag eine Dachrinnenreinigung steht. Umlegbar ist nur die vorbeugende Reinigung in regelmäßigen Abständen, etwa weil das Haus von hohem Baumbestand umgeben ist. Der Bundesgerichtshof hat das am 07.04.2004 in zwei Verfahren am selben Tag festgehalten (VIII ZR 146/03 und VIII ZR 167/03).
Für Hausverwaltungen heißt das praktisch: Ein einmaliger Notfall-Einsatz gehört nicht in die Nebenkostenabrechnung, ein fester jährlicher Turnus schon — vorausgesetzt, er steht im Vertrag. Für Eigentümer, die selbst bewohnen, spielt die Unterscheidung keine Rolle; für sie ist es schlicht Instandhaltung.
Der Turnus
Wie oft es wirklich nötig ist
Empfohlen wird mindestens eine Reinigung im Jahr, und zwar im Herbst nach dem Laubfall — vorher ist die Rinne bis zum nächsten Frühjahr wieder voll. Steht das Haus unter Bäumen, sind zwei Termine sinnvoll: einer nach der Blüte im Frühsommer, einer nach dem Laubfall.
Wer den Turnus schleifen lässt, spart nicht. Verdichtetes Material kostet in der Reinigung mehr als das Doppelte von losem Laub, und eine überlaufende Rinne durchfeuchtet Fassade und Sockel bei jedem Regen. Bei Frost sprengt das stehende Wasser im ungünstigsten Fall die Rinne selbst.
Häufig gefragt
Kosten, Turnus und wer zahlt
Was eine Reinigung kostet, wie oft sie nötig ist und wie sie sich zwischen Eigentümer und Mieter verteilt.
Was kostet es, 100 m Dachrinne zu reinigen?
100 Meter sind kein Einfamilienhaus mehr — das ist die Größenordnung eines Mehrfamilienhauses oder einer Gewerbehalle. Genau dort trägt eine Hochrechnung aus Metern am wenigsten: Zugang, Traufhöhe, die Zahl der Fallrohre und der Verdichtungsgrad bestimmen den Aufwand stärker als die reine Länge. Bei dieser Größe rechnet niemand seriös aus der Ferne — wir sehen uns das Objekt an und nennen danach einen Festpreis.
Ist Dachrinnenreinigung eine Mietersache?
Nur wenn beides zutrifft: Sie erfolgt in wiederkehrenden Abständen, und sie ist im Mietvertrag als Betriebskostenposition vereinbart. Dann fällt sie unter die sonstigen Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 BetrKV. Eine einmalige Reinigung zur Beseitigung einer Verstopfung ist dagegen Instandhaltung und bleibt beim Eigentümer — so der Bundesgerichtshof am 07.04.2004.
Wie oft muss eine Dachrinne gereinigt werden?
Mindestens einmal jährlich, am besten im Herbst nach dem Laubfall. Steht das Haus unter Bäumen, sind zwei Termine sinnvoll — einer nach der Blüte, einer nach dem Laubfall. Der Turnus rechnet sich: Verdichtetes Material kostet in der Reinigung mehr als das Doppelte von losem Laub.
Kann ich die Dachrinne selbst reinigen?
Am Flachdach eines Carports oder einer Garage: ja. Am Wohnhaus entscheidet nicht das Können, sondern die Leiter. Wer auf der obersten Sprosse steht und sich seitlich streckt, um an die Rinne zu kommen, macht genau die Bewegung, bei der Leitern wegkippen — und die private Haftpflicht deckt keine Eigenschäden. Ab Traufhöhen über drei Metern arbeiten wir deshalb vom Hubsteiger oder per Seilzugang, nicht von der Leiter.
