Schwarze Flecken an der Fassade entfernen beginnt mit einer Frage, die vor dem Reinigen kommt: Dunkle Flecken an der Hauswand sehen alle gleich aus, sind es aber nicht. Ob dahinter Algen, Pilze, Ruß oder schlicht Schmutz stecken, entscheidet darüber, ob Abwaschen reicht — oder ob der Belag in vier Wochen wieder da ist.
Erst erkennen
Woran man die Beläge unterscheidet
Die Farbe allein reicht nicht, weil sie nass anders aussieht als trocken. Zusammen mit der Form und der Stelle, an der es auftritt, ergibt sich aber ein brauchbares Bild:
| Erscheinungsbild | Wo es meist auftritt | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Grüner, samtiger Film | Nord- und Ostseite, unterhalb von Fenstern und Simsen | Grünalgen. Der häufigste Fall und rein optisch — sie zersetzen den Putz nicht. |
| Punktförmige schwarze Flecken | schattige, lange feuchte Flächen | Schwärzepilze. Sitzen tiefer in der Oberfläche als Algen und lassen sich nicht einfach abwaschen. |
| Flächige dunkle Schlieren, oben schmal | unter Fensterbänken, Vorsprüngen, Dachrändern | Ablaufspuren aus Staub und Ruß. Kein Bewuchs, sondern Schmutz mit dem Regenwasser. |
| Rötlich-orangefarbener Anflug | sonnigere Lagen, oft auf hellem Putz | Rotalgen. Trockenheitsresistenter als Grünalgen und deshalb auch auf Südseiten. |
| Weißer, kristalliner Schleier | frisches Mauerwerk, oft nach Regen | Ausblühungen — Salze aus dem Mörtel, kein Bewuchs. Gehen von selbst zurück. |
Die ehrliche Einschränkung dazu: Sicher unterscheiden lässt sich das an der Wand, nicht auf einem Foto. Grünalgen und beginnender Pilzbefall sehen aus zwei Metern Entfernung identisch aus, und häufig liegt beides übereinander.

Die Ursache
Warum ausgerechnet gedämmte Fassaden betroffen sind
Auffällig oft trifft es Häuser nach der energetischen Sanierung. Der Grund ist Bauphysik, kein Mangel am Material: Die Deckschicht eines Wärmedämm-Verbundsystems ist wenige Millimeter dünn und hat kaum Masse. Sie kühlt nachts schneller aus als eine massive Wand, unterschreitet dabei den Taupunkt und ist morgens nass. Wo eine Fläche länger feucht bleibt, wächst mehr.
Das Umweltbundesamt hält als Bedingung schlicht fest, dass Algen und Pilze sich „gerne an feuchten und schattigen Stellen der Hausfassade“ ansiedeln. Genau diese zwei Bedingungen liefert eine gut gedämmte Nordwand.
Die Reihenfolge
Was dagegen wirklich hilft
Gegen den vorhandenen Belag hilft eine auf den Untergrund abgestimmte Reinigung im Niederdruck. Gegen die Wiederkehr hilft nur, die Fläche schneller trocken zu bekommen: freier Luftzug vor der Wand, zurückgeschnittenes Grün, und dort, wo es baulich geht, größere Dachüberstände und Tropfkanten — das sind die Maßnahmen, die das Umweltbundesamt einer chemischen Ausrüstung ausdrücklich vorzieht.
Von biozidhaltigen Anstrichen rät dieselbe Quelle ab, und zwar mit einem Argument, das über den Umweltschutz hinausgeht: Die Wirkstoffe werden mit dem Niederschlag ausgewaschen, die Wirkung lässt also nach — während der Bewuchs zurückkommt. In einer Befragung waren 75 Prozent mit der Optik ihrer gedämmten Fassade zufrieden, unabhängig davon, ob die Beschichtung Biozide enthielt.
Häufig gefragt
Woher der Bewuchs kommt und was er anrichtet
Ob die Flecken der Fassade schaden und wann Eigenarbeit noch sinnvoll ist.
Warum werden Hausfassaden schwarz?
Drei Ursachen kommen in Frage: Schwärzepilze, die sich in schattigen, lange feuchten Flächen ansiedeln; Ablaufspuren aus Staub und Ruß, die sich unter Fensterbänken und Vorsprüngen sammeln; oder eine Mischung aus beidem. Unterscheiden lässt sich das an der Form — Pilze sind punktförmig und unregelmäßig verteilt, Ablaufspuren verlaufen senkrecht und werden nach unten breiter.
Schadet der Bewuchs der Fassade?
Algen und Pilze zersetzen intakten Putz nicht — der Schaden ist zunächst optisch. Kritisch wird es dort, wo der Bewuchs ein anderes Problem sichtbar macht: eine dauerhaft feuchte Stelle, eine undichte Fensterbank, eine schadhafte Fuge. Wer nur den Belag entfernt und die Feuchtequelle stehen lässt, sieht ihn nach der nächsten nassen Phase wieder.
Kann ich die Flecken selbst entfernen?
An einer Gartenmauer oder im Erdgeschoss mit weicher Bürste: ja. Darüber entscheidet nicht das Können, sondern die Höhe — und bei einer gedämmten Fassade zusätzlich der Untergrund, weil die Deckschicht wenige Millimeter dünn ist und Hochdruck sie beschädigt. Was Sie sich in jedem Fall sparen können, sind chlorhaltige Mittel: Sie bleichen den Belag, statt ihn zu entfernen.
Wie lange bleibt die Fassade danach sauber?
Das hängt fast vollständig davon ab, wie schnell die Fläche abtrocknet. An einer besonnten, luftig stehenden Wand hält eine Reinigung deutlich länger als an einer verschatteten Nordseite mit Bewuchs davor. Deshalb gehört zur Reinigung die Frage, was den Abstand bis zum nächsten Mal vergrößert — sonst ist es reine Kosmetik.
